Einführung über Nachlass
Ein Nachlass ist eine Ermäßigung vom Listenpreis einer Ware oder Dienstleistung oder von dem Preis, den der Unternehmer in sonstiger Weise allgemein ankündigt. Ein Nachlass ist auch ein Sonderpreis, der wegen der Zugehörigkeit zu bestimmten Verbraucherkreisen eingeräumt wird.
Nachlässe werden als Kaufanreize in der Preispolitik eingesetzt und sowohl für den Offline-Einkauf als auch zunehmend im Online-Handel genutzt. Die Höhe von Preisnachlass wird vom Verkäufer festgelegt oder zwischen Verkäufer und Käufer ausgehandelt.
Die Berechnung erfolgt bei der Preiskalkulation. Ermäßigungen werden meist in Prozent vom Listenpreis als Ermäßigungssatz angegeben. Allgemeine Preissenkungen oder Warenrückvergütungen sind keine Ermäßigungen.

Die Nachlassformen
(1) Der Mengennachlass oder Staffelermäßigung soll zum Kauf großer Mengen von Waren in einer einzigen Lieferung anregen. Beim Kauf oder bei der Bestellung von Waren oder gewerblichen Leistungen wird ein Preisermäßigung gewährt.
(2) Der Jahresnachlass wird auf den in einem Jahr getätigten Umsatz gewährt.
(3) Der Treuenachlass soll die Kundenbindung fördern und Wettbewerber abwehren.
(4) Der Positionsnachlass wird meist nur auf eine Rechnungsposition gewährt, kann aber auch auf mehrere Positionen in der Rechnung gewährt werden.
(5) Der Funktionsnachlass wird gewährt, wenn sich der Kunde zur Übernahme bestimmter Aufgaben verpflichtet.
(6) Der Wiederverkäufernachlass ist die dem Groß- und Einzelhandel gewährte Handelsspanne bei Waren, deren Endverkaufspreis vom Hersteller festgesetzt wird.
(8) Bei dem Naturalnachlass erhält der Käufer einen indirekten Preisnachlass in Form unentgeltlicher Ware.
(9) Der Saisonnachlass wird bei vorzeitigem Bezug von Waren, die starken Saisonschwankungen unterliegen, gewährt.
Rechnungsbeispielen
1.Beispiel
Du gehst von einem Ladenpreis von 5245 Euro aus, sowie einem Preisernachlass von 35 Prozent. Im ersten Schritt berechnest Du ein Prozent des Anfangspreises, also 5245 Euro geteilt durch 100. Das ergibt 52,45 Euro. Danach rechnest Du den Wert von einem Prozent mal 35 um die Preisermäßigung zu ermitteln. Also 52,45 Euro multipliziert mit 35, was einen Wert von 1835,75 ergibt. Nun subtrahierst Du die Ermäßigung vom Anfangspreis, und erhälst den Endpreis, der bei 3409,25 Euro liegt.
2.Beispiel
Das Handy lässt sich am ehesten mit einem Glücksspielautomaten vergleichen. Ich will mir trotzdem ein Handy für 200 € holen. Der Händler gibt mir 30 % Preisermäßigung drauf. Wie viel kostet dann das Handy?
Antwort: 200 * 30 % = gewährte Ermäßigung = 60 €.
Also: Grundpreis (200 €) – Ermäßigung (60 €) = Ermäßigungspreis, d.h. 200 € – 60 € = 140 €.
Das Handy kostet 140 €.
3.Beispiel
Ermittle, welcher Endpreis nach Abzug einer Preisermäßigung günstiger ist: Ein Händler verkauft einen Neuwagen (Wagen A) für 22000 Euro und kann darauf als Preisermäßigung nur 6 Prozent Skonto anbieten. Alternativ hat er noch ein anderes Auto (Wagen B), das 23000 Euro kostet, bei dem aber eine Preisermäßigung von 16 Prozent möglich ist. Welcher Wagen kostet weniger?

Antwort:
Preisnachlass für Wagen A = 6 % * 22000 Euro = 1320 Euro.
Wagen A Endpreis = 22000 Euro – 1320 Euro = 20680 Euro.
Preisnachlas für Wagen B = 16 % * 23000 Euro = 3680 Euro.
Wagen B Endpreis = 23000 Euro – 3680 Euro = 19320 Euro.
Fazit:
Vor dem Preisnachlass kostet Wagen B (23000 Euro) teurer als Wagen A (22000 Euro).
Nach dem Preisnachlass kostet Wagen B (19320 Euro) weniger als Wagen A (20680 Euro).
Quelle:
https://de.wikipedia.org