Der Abschnitt für den Brief an den Editor oder Herausgeber eines Magazins oder einer Zeitung sind das Hauptforum für die Meinungen der Leser, und die beste Möglichkeit, diese Meinung vor einem großen Publikum oder einer Leserschaft kundzutun. Leserbriefe in den lokalen und regionalen Zeitungen werden von Aktivisten, Politikern und Mitgliedern der gesetzgebenden Berufssparten gelesen und, mit ein bisschen Glück, sogar berücksichtigt bzw. in irgendeiner Form beantwortet.
Tipps für einen wirkungsvollen Brief an den Editor
Zeitnah schreiben und sich auf aktuelle Ereignisse beziehen
Zunächst sollte man, damit man die größtmögliche Chance auf eine Veröffentlichung oder Beantwortung des Briefes hat, sich darin auf aktuelle Nachrichten oder einen Artikel oder eine Dokumentation beziehen, welche erst vor ganz kurzer Zeit veröffentlicht wurden.
Format der Publikation einhalten
Ein Leserbrief wird am ehesten akzeptiert, wenn man das Format seines Briefs dem Magazin anpasst. Das heißt, wenn man einen Bericht in einem seriösen Wissenschaftsmagazin kommentieren möchte, so sollte man ebenfalls einen seriösen und ernsthaften Brief schreiben, dessen Inhalt nach Möglichkeit bzw. Bedarf auch gründlich recherchiert ist. Schreibt man an ein Klatschmagazin, so darf man sich hier auch getrost im Ton etwas anpassen, solange man sachlich bleibt (oder je nachdem, was die Situation erfordert). In der Regel muss aber immer ein klarer Bezug geschaffen werden: Bez: “Tod eines Handlungsreisenden” (“Publikation”, Ausgabe 3.1 vom 1.März 2016)
Den Brief an den Editor kurz halten
Üblich sind nicht mehr als ca. 250 Wörter bei Lokal- und Regionalausgaben, doch das Limit kann auch noch darunter liegen. Die letzten Ausgaben mit Leserbriefen sagen aus, wieviel Spielraum die Publikation ihren Leserbriefen gibt. Je mehr man sich an die Begrenzung hält, desto mehr Chancen, dass der Brief auch ungekürzt veröffentlicht wird.
Sich auf das Wesentliche konzentrieren
Am besten konzentriert man sich auf einen Punkt, denn bei limitierter Wortzahl fährt man damit am besten. Unnötige Satzfüller erhöhen das Risiko, dass der Brief vor dem Veröffentlichen geändert wird. Desgleichen wird ein Abschweifen vom Thema vom Editor wahrscheinlich mit Kürzung und Änderung bestraft. Will man also seinen Standpunkt wirklich übermitteln, dann muss man diesen festnageln, so dass kein Raum für Änderung bleibt.
Der Ton macht die Musik
Wie bei allem, spielt auch bei einem Brief an den Editor der Ton eine Rolle. Sachlich und höflich sind die beiden Stichwörter. Freundlich muss ein solcher Leserbrief nicht klingen doch, selbst wenn Kritik übermittelt wird, muss es höflich sein. Jeglicher Leserbrief, der auch nur im entferntesten diese Barrieren unterschreitet oder gar einen beleidigenden Ton wählt, wird vom Editor mit Sicherheit nicht veröffentlicht.
Fakten und Wahrheit
Neben der Relevanz, also dem Bezug zu einem aktuellen Thema, muss ein Leserbrief auch faktisch richtig sein, und die Inhalte müssen der Wahrheit entsprechen. Die Fakten zu einem aktuellen Ereignis sollten nicht nur aus einer Quelle stammen, sondern aus mindestens zwei Quellen – im Zweifel sollte man die Quelle auch immer zitieren. Meinungen zu veröffentlichen ist eine andere Sache, doch auch wenn man seine Meinung zu einem Thema kundtun möchte, sollte dieses auf informierter Basis geschehen. Eine informierte Meinung kann sich jeder bilden, der sich zuvor relevante Fakten im Internet oder aus anderen Quellen gesucht hat.