Reaktionsweg
Den Weg, welcher zwischen Erkennen einer Gefahr und Beginn der tatsächlichen Bremsung zurückgelegt wird, nennt man Reaktionsweg. Um auf eine Gefahrensituation zu reagieren und tatsächlich die Bremsung einzuleiten, braucht der menschliche Körper eine Reaktionszeit von ungefähr einer Sekunde.
Menschen, die Rauschmittel wie Alkohol oder andere Drogen zu sich genommen haben sind in der Regel langsamer. Auch Müdigkeit kann zu einer Beeinträchtigung der Reaktionszeit führen. Im Klartext: Der Reaktionsweg wird beeinflusst durch Alter, Müdigkeit, Medikamente, Alkohol, Drogen und Unaufmerksamkeit! Daher: Runter vom Gas bei Regen, Schneefall, Dunkelheit und unübersichtlichen Strecken!

Faustformel
Die Formel zur Berechnung des Bremsweges zeigt also die Strecke an, die während der Sekunde zurückgelegt wurde. Der angenommene Wert ist von einer Sekunde für die Berechnung in der Fahrschule als Durchschnittswert völlig in Ordnung. Deswegen bezeichnet man die Formel zur Berechnung des Reaktionswegs auch als Faustformel. Dieser errechnet man sich mit einem Bestandteil der Formel vom Bremsweg mal drei. Korrekt sieht das dann so aus:

Also: Reaktionsweg = (Geschwindigkeit in km/h / 10) * 3
Wenn die Geschwindigkeit in m/s angegeben ist, multipliziere sie zuerst mit 3,6, dann erhältst Du km/h. Hierbei gibt die Formel Auskunft über den zurückgelegten Weg in Metern innerhalb einer Sekunde.
Fünf Beispiele
Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h, dann beträgt der Reaktionsweg 12 Meter, denn: (40:10) * 3 = 12m. Wer sich mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h bewegt, legt 12 Meter zurück, bevor überhaupt mit der Bremsung begonnen wird.
Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h, dann beträgt der Reaktionsweg 15 Meter, denn: (50:10) * 3 = 15m. Wer sich mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h bewegt, legt 15 Meter zurück, bevor überhaupt mit der Bremsung begonnen wird.
Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h, dann beträgt der Reaktionsweg 24 Meter, denn: (80:10) * 3 = 24m. Wer sich mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h bewegt, legt 24 Meter zurück, bevor überhaupt mit der Bremsung begonnen wird.
Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h, dann beträgt der Reaktionsweg 30 Meter, denn: (100:10) * 3 = 30m. Wer sich mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h bewegt, legt 30 Meter zurück, bevor überhaupt mit der Bremsung begonnen wird.
Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h, dann beträgt der Reaktionsweg 60 Meter, denn: (200:10) * 3 = 60m. Wer sich mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h bewegt, legt 60 Meter zurück, bevor überhaupt mit der Bremsung begonnen wird.

Ist die Reaktionszeit durch Rauschmittel oder Müdigkeit erhöht, erhöht sich natürlich auch der zurückgelegte Reaktionsweg.
Tabelle

Fazit
Eine Differenz von nur 10 km/h kann sich gravierend auf die Verkehrssicherheit auswirken. Bei trockener Fahrbahn kommt ein durchschnittlicher Pkw von 40 km/h aus nach einer Schrecksekunde und anschließender Vollbremsung nach circa 12 Metern zum Stehen. Von 50 km/h aus beträgt allein der Reaktionsweg schon mehr als 12 Meter.
An der Stelle, wo das Fahrzeug mit 40 km/h noch zum Stehen kam, fährt das etwas schnellere Auto gegen dasselbe Hindernis. Anders ausgedrückt: Wer in einer Gefahrensituation mit Ausgangsgeschwindigkeit 40 km/h vor einem Fußgänger noch rechtzeitig bremsen konnte, würde ihn mit mehr als 40 km/h überfahren, wenn er vorher 50 km/h gefahren wäre.
Quelle:
http://www.fahrschule-123.de
http://auto-sachverstaendige-koeln.de
http://www.fuehrerschein-blog.de
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