Wie berechnet man die Grundsteuer?

Kurze Einführung

Die Grundsteuer (teilweise auch Bodenzins genannt) ist eine Steuer auf das Eigentum an Grundstücken (Substanzsteuer). Bemessungsgrundlage für sie ist meist der Wert des Grundstücks. In vielen Ländern wird der Steuersatz auf kommunaler Ebene festgelegt. Sie ist eine Sondersteuer auf den ­Besitz von Immobilien (Grundstück plus Bebauung).

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Hebesätze

Die Grundsteuer ist in Deutschland eine Steuer auf das Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung (Substanzsteuer). Gesetzliche Grundlage ist das Grundsteuergesetz (GrStG). Auf den von der Finanzbehörde festgestellten Einheitswert wird nach Feststellung des GrundsteuerMessbetrags ein je Gemeinde individueller Hebesatz angewendet. Durch Anwendung verschiedener Hebesätze fällt die Grundsteuerbelastung trotz gleicher Einheitswerte in verschiedenen Gemeinden unterschiedlich hoch aus.

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In Deutschland gibt es ein einheitliches Grundsteuerrecht seit dem 1. April 1938. Der Hebesatz ist im Gemeindesteuerrecht die Bezeichnung für einen Faktor, der zur Ermittlung der Steuerschuld mit dem Steuermessbetrag multipliziert wird. In Deutschland ist ein Hebesatz bei der (Grund)steuer vorgesehen.

Man unterscheidet zwischen Grundsteuer-Hebesatz A (agrarisch – für Grundstücke der Landwirtschaft) und Grundsteuer-Hebesatz B (baulich – für bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude).

Grundsteuermessbetrag

Durch das Finanzamt wird zunächst in einem besonderen Grundsteuermessbescheid ein Grundsteuermessbetrag festgesetzt. Er beträgt jeweils bezogen auf den Einheitswert des Grundbesitzes in den alten Bundesländern per 01.01.1964 (neue Bundesländer zum 01.01.1935 und überdies zum Teil abweichende Steuermesszahlen) bei:

* land- und forstwirtschaftlichen Betrieben: 6,0 Promille
* Einfamilienhäuser:
 für die ersten 38.346,89 EUR: 2,6 Promille
 für den übersteigenden Rest: 3,5 Promille
* Zweifamilienhäuser: 3,1 Promille
* Eigentumswohnungen: 3,5 Promille
* alle übrigen (z.B. Mietwohnhäuser, unbebaute Grundstücke): 3,5 Promille
So wird die Grundsteuer berechnet

1.Beispiel

Frau Kohnen bewohnt mit ihrer Familie ein Zweifamilienhaus in Aachen, wo für die Grundsteuer-B ein Hebesatz von 495% besteht. Der Einheitswert wurde mit 40.000 Euro festgestellt. Die von Frau Meier zu zahlende (Grund)steuer wird wie folgt ermittelt:

Einheitswert des Zweifamilienhauses 40.000,00 Euro
Grundsteuermessbetrag (3,1‰ von 40.000 Euro) = 124 Euro
Hebesatz (Grundsteuer-B) 495%
Jahresgrundsteuer: 124 Euro x 495% = 613,80 Euro
Vierteljährliche Rate: 153,45 Euro

2.Beispiel
Landwirt Wernher besitzt eine landwirtschaftliche Nutzfläche im Baden-Württembergischen Dorf Kißlegg, wo für die Grundsteuer-A ein Hebesatz von 300% besteht. Der Einheitswert wurde mit 20.000 Euro festgestellt. Die von Herrn Wernher zu zahlende (Grund)steuer wird wie folgt ermittelt:

Einheitswert der landwirtschaftlichen Nutzfläche 20.000,00 Euro
Grundsteuermessbetrag (6‰ von 20.000 Euro) = 120 Euro
Hebesatz (Grundsteuer-A) 300%
Jahresgrundsteuer: 120 Euro x 300% = 360 Euro
Vierteljährliche Rate: 90 Euro

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3.Beispiel
Herr Gayes bewohnt ein Einfamilienhaus in Münster (Nordrhein-Westfalen) , wo für die Grundsteuer-B ein Hebesatz von 480 % besteht. Der Einheitswert wurde mit 30.000 Euro festgestellt. Die von Herrn Gayes zu zahlende (Grund)steuer wird wie folgt ermittelt:

Einheitswert des Einfamilienhauses 30.000,00 Euro
Grundsteuermessbetrag (2,6 ‰ von 30.000 Euro) = 78 Euro
Hebesatz (Grundsteuer-B) 480 %
Jahresgrundsteuer: 78 Euro x 480 % = 374,40 Euro
Vierteljährliche Rate 93,60 Euro

Bemerkung:
Du kannst online hier oder hier die Hebesätze anschauen.

Quelle:

Nebenkostenabrechnung


http://www.steuerschroeder.de