Umrechnen zwischen Celsius und Fahrenheit leicht gemacht

Die Celsius und Fahrenheit Temperaturskalen sind unabhängig von einander auf die Welt gekommen. Dabei ist Fahrenheit die ältere. Fahrenheit holte sich dabei seine Anregungen von derselben Rømer-Skala, von der sich auch Celsius inspirieren ließ.

Warum eigentlich dieses seltsame Fahrenheit? Der Amerikaner könnte auch fragen, warum denn Celsius? Alles ist nur eine Frage des Bezugspunktes: Celsius orientiert sich am Gefrierpunkt von Wasser und setzt diesen als 0 (Null). Fahrenheit orientiert sich mit der Null an der seinerzeit tiefsten erreichbaren Temperatur. Daraus ergab sich, dass Wasser dann bei 32 Grad friert (entspricht 0 Grad Celsius).

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Celsius und Fahrenheit

Die Celsius-Skala geht auf den schwedischen Astronomen Anders Celsius zurück, der 1742 eine hundertteilige Temperaturskala vorstellte. Als Fixpunkte nutzte er, wie die 1730 vorgestellte Réaumur-Skala, die Temperaturen von Gefrier- und Siedepunkt des Wassers bei Normaldruck, das heißt einem Luftdruck von 1013,25 Hektopascal oder 760 Millimeter Quecksilbersäule.

Der Bereich zwischen diesen Fixpunkten, gemessen mit einem Quecksilberthermometer, ist in 100 gleich lange Abschnitte eingeteilt, die als Grad bezeichnet sind. Dies führte zu der historischen Bezeichnung des „hundertteiligen Thermometers“. Celsius nahm den wohl wichtigsten Stoff der Erde zur Grundlage seiner Temperaturskala, das Wasser. 0 °C entspricht der Temperatur schmelzenden Eises, 100 °C ist siedendes Wasser.

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Fahrenheit entwickelte seine Temperaturskala im Jahre 1714. Als er an einem besonders kalten Wintertag vor die Tür trat, behauptete er, dass dies die tiefste Temperatur auf Erden sei und legte diese, mit einer Kältemischung nachempfunden, als unteren Fixpunkt seiner Temperaturskala fest. Die Fahrenheit-Skala war lange Zeit in Europa in Gebrauch, bis sie etwa im 19. Jahrhundert durch die Celsius-Skala abgelöst wurde.

Heutzutage wird sie nur noch in den USA verwendet. Vereinfacht gesprochen legte Fahrenheit einen Fixpunkt seiner Temperaturskala mit der tiefsten Temperatur eines strengen Winters fest. Für spätere wissenschaftliche Untersuchungen experimentierte er mit einer Kältemischung, deren Schmelztemperatur er als Null Grad Fahrenheit definierte. Als oberen Fixpunkt bestimmte er die Körpertemperatur eines gesunden Menschen zu – nein, nicht 100 – sondern 96 °F.

Umrechnungen

Die Celsius-Skala ist ein Intervall-System, nicht aber ein Verhältnis-System, was bedeutet, dass es einer relativen aber nicht absoluten Skala folgt. Dies ist daran zu erkennen, da ein Temperaturintervall zwischen 20 °C und 30 °C gleich ist wie zwischen 30 °C und 40 °C, aber 40 °C nicht über die doppelte Luftwärmeenergie wie 20 °C verfügt. Eine Temperaturdifferenz von 1 °C entspricht einer Temperaturdifferenz von 1,8 °F.

Schauen wir uns mal die Fixpunkte der Fahrenheitskala an: kalter Winter: 0 °F (vielleicht -20 °C). Körpertemperatur: rund 100 °F (gerundet 40 °C). Daran sieht man zweierlei. Erstens, dass Fahrenheit ca. 100 Gradschritte für ca. 60 Celsiusgrade benötigt (Der exakte Wert ist 90 für 50) und zweitens, dass Fahrenheits Bemühungen, negative Temperaturen zu vermeiden, ein Schuss in den Ofen waren.

Sich einen Umrechnungsfaktor, z.B. 2 oder 0,5, zu merken, wie es zum Beispiel bei der Umrechnung von PS in kW und umgekehrt funktioniert, passt hier nicht, da es sich bei diesen Temperaturskalen nicht um absolute Skalen handelt und die zudem keinen gemeinsamen Anfangspunkt haben. Übrigens: die Umrechnung Fahrenheit zu Celsius ist für die meisten USA Besucher eine der schwierigsten Umrechnungsaufgaben!

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Exakte Umrechnungen
°C = 5/9 * (°F – 32)
°F = 9/5 * °C + 32
Andere Formeln
C = (F – 32) ÷ 1.8
F = C x 1.8 + 32
Schlußbemerkung
Frage: Gibt es eine Temperatur, für die beide Zahlenwerte gleich sind?
Antwort: Ja. -40 °F = -40 °C

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Grad_Celsius
https://de.wikipedia.org/wiki/Grad_Fahrenheit
http://celsius-fahrenheit.net