Wie berechnest Du Deinen Bruttolohn?

Wissenswertes über Bruttolohn

Der Bruttolohn bezeichnet das vereinbarte Gehalt (vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen) zwischen Dir und deinem Arbeitgeber. Bruttolohn wird in der Regel auf einen Monat bezogen und wird gesetzlich um Steuern und Beiträge an die Träger der Sozialversicherung reduziert.

Er kann weiterhin durch private Abzüge reduziert werden, z. B. vermögenswirksame Leistungen, private Vorsorge etc. Bruttolohn abzüglich Beiträge an die Sozialversicherung, abzüglich Steuern und privater Vorsorge ist gleich Nettolohn. Und dieser Nettolohn ist der Betrag, der letztendlich zur Verfügung steht und von Deinem Arbeitgeber Dir überwiesen wird.

Bruttolohn

Wie viel Dir letztendlich von deinem Bruttolohn abgezogen wird, wird individuell bestimmt. Die Steuerklasse beschreibt die Höhe des Prozentsatzes der abzuführenden Steuern. In Deutschland sind sechs Lohnsteuerklassen bekannt, wobei die sechste die höchsten Abgaben zur Folge hat.

Tägliche Arbeitszeit errechnen

Die Zeit lässt sich ermitteln, die ein Mitarbeiter durchschnittlich pro Arbeitstag erbringen muss. Man dividiert also die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit durch die Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage.

Beispiel: Ein Mitarbeiter arbeitet 40 Stunden pro Woche an 5 Arbeitstagen ist gleich 40 Stunden / 5 Tage = 8 Stunden/Tag. Es ist dabei unerheblich, ob die Arbeitszeit an 5 Tagen á 8 Stunden erbracht werden, oder man Montags bis Mittwoch jeweils 10 Stunden und am Donnerstag und Freitag jeweils nur 5 Stunden lang arbeitet.

Monatliche Arbeitszeit errechnen

Für die Berechnung der monatlichen Arbeitszeit aus der wöchentlichen Arbeitszeit benötigt man den sogenannten Wochenfaktor. 52 Wochen dividiert durch 12 Monate ergeben 4,333 Wochen pro Monat. In verschiedenen Tarifverträgen sind Werte in diesem Größenbereich festgelegt und die Lohnsteuerrichtlinie gibt einen Wert von 4,35 vor.

Beispiel: 40 Stunden (pro Woche) * 4,35 = 174 Stunden pro Monat. Bei einer vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden müssen monatlich 174 Arbeitsstunden erbracht werden.

Die Berechnung

Du hast Deinen ersten Job und freust Dich auch schon riesig auf Deinen ersten Lohn. Aber bekomm keine heftige Gemütserschütterung, wenn die Zahl auf Deiner Gehaltsabrechnung nicht mit der vereinbarten Summe mit Deinem Arbeitgeber übereinstimmt. Als Arbeitnehmer bist du nämlich verpflichtet diverse Beträge von deinem Bruttogehalt in Form von Steuern an den Staat abzugeben.

Hinzu kommt die Sozialversicherungsbeiträge (Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung), der Solidaritätszuschlag und gegebenfalls noch die Kirchensteuer. Das Arbeitsentgelt kann dabei wahlweise pro Jahr, pro Monat oder pro Woche berechnet werden.

Auf jährlicher Basis können auch leicht Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder eventuelle Bonus mit in die Berechnung einbezogen werden. Als Umrechnungsgrundlage setzt die Berechnung ein Jahr (12 Monate oder 52 Wochen) an.

Übrigens: Die Kirchensteuer ist nicht in jedem Bundesland einheitlich, wird jedoch vom Bruttolohn direkt einbehalten. Auch unterscheiden sich die Sozialbeiträge in ihrer Höhe in den alten und neuen Bundesländern.

Beispiel 1
Herr Schommertz ist Angestellter bei einer großen Softwarefirma. Bisher hatte er, bei einem Stundenlohn von 23,40 Euro und einer 40-Stunden-Woche, ein Monatsgehalt von 4056 Euro Brutto. Nun ist in einer anderen Abteilung seiner Firma eine Stelle frei geworden.

Herr Schommertz hat sich darauf beworben, denn die neue Stelle verspricht bei 42 Arbeitstunden pro Woche einen besseren Stundenlohn, nämlich 26,30 Euro. Welches Monatsgehalt bekäme Herr Schommertz mit der neuen Stelle, eventuelle Sonderzahlungen nicht mitgerechnet?

Antwort:
Das neue Monatsgehalt von Herrn Schommertz ist = 42 * 26,30 * 52 / 12 = 4786,60 Euro Brutto.

Beispiel 2
Stundenlohn = 9,50€
Durchschnittlicher Monatslohn bei einer 42-Stunden-Woche = 9,50€ * 42 * 4,35 = 1735,65€

Beispiel 3
Stundenlohn = 16,00€
Durchschnittlicher Monatslohn bei einer 35-Stunden-Woche = 16,00€ * 35 * 4,35 = 2436€

Beispiel 4
Stundenlohn = 22,50€
Durchschnittlicher Monatslohn bei einer 30-Stunden-Woche = 22,50€ * 30 * 4,35 = 2936,25€

 

Quelle:
https://www.nettolohn.de
http://www.karista.de
https://www.shiftjuggler.com

 

 

 

Wie berechnet man Überstundenvergütung?

Einführung über Überstundenvergütung

Die Stunden, die ein Mitarbeiter über seine individuell geltende Arbeitszeit hinaus leistet, sind Überstunden. Die Berechnung von Überstundenvergütung richtet sich daher danach, ob der Arbeitnehmer einen festen Lohn pro Stunde oder ein festes Gehalt pro Monat erhält.

Mache Dich das Leben einfacher indem Du von Anfang an Klarheit schaffst, d.h. eine Überstundenregelung in Deinen Arbeitsvertrag aufnehmen. Dies hat auch den Vorteil, dass Du die Überstunden nicht nur in Notfallsituationen verlangen darfst!

Überstundenvergütung

Die Berechnungen

Es existieren zwei Möglichkeiten, wie Du Deine Überstundenvergütung berechnen kannst.

1. Du als Arbeitnehmer wirst nach Stunden bezahlt (Stundenlohn). Für jede gemachte Stunde Mehrarbeit wird den gleichen Lohn pro Stunde in brutto bezahlt. Wurde im Vorfeld ein Zuschlag vereinbart, muss dieser ebenfalls gezahlt werden (ein Überstundenzuschlag von z.B. 15 %).

2. Du als Arbeitnehmer erhältst ein festes Gehalt pro Monat, welches sich nicht an den geleisteten Stunden orientiert. Bei einer festen Vergütung pro Monat, die unabhängig von den gearbeiteten Stunden aufgebracht werden muss, sollten Arbeitgeber zuerst den jeweiligen Stundenlohn in brutto herausfinden, bevor sie die Überstunden berechnen können. Es existieren dabei 2 Methoden, wie die Berechnung der Überstunden vonstattengehen kann. Liegt ein Tarifvertrag vor, muss die darin erwähnte Methode verwendet werden.

Die 2 Methoden

Methode 1
Teile das dreifache Gehalt in brutto im Monat durch 13 Wochen und das Ergebnis aus dieser Berechnung erneut durch die Anzahl der Stunden in der Woche.

Formel:
Bruttostundenlohn = (Bruttomonatsgehalt * 3 / 13) / Wochenstunden

Methode 2
Multipliziere die Stunden in der Woche mit dem Faktor 4,325, um die durchschnittliche Anzahl der Arbeitsstunden im Monat zu erhalten. Teile danach den monatlichen Bruttolohn durch das Ergebnis.

Formel:
Bruttostundenlohn = Bruttomonatsgehalt / (Wochenstunden * 4,325)

Anmerkung: Beide Methoden, die Du benutzen kannst, um die Entlohnung der Überstunden zu berechnen, kommen in etwa auf das gleiche Ergebnis. Wurden im Vorfeld noch Zuschläge ausgehandelt, kommen diese noch hinzu. Siehe einen ausführlichen Artikel über Jahresgehalt: hier.

Rechnungsbeispiele

1.Beispiel
Du verdienst bei einer 39-Stunden Woche 2800€ brutto im Monat. Du hast im letzten Monat 12 Überstunden geleistet. Der Überstundenzuschlag beträgt 20 %. Deine Bruttostundenvergütung beträgt somit: (2800€ * 3 / 13) / 39 Stunden = 16,57€ . Bei einem 20 %igen Überstundenzuschlag und 12 Überstunden bekommst Du zusätzlich: 16,57€ * 125 % * 12 = 248,55€ brutto vergüten.

2.Beispiel
Du hast pro Woche 40 Arbeitsstunden und verdienst 2900€ brutto monatlich. Pro geleistete Überstunde muss Dein Arbeitgeber Dir diesen Betrag auszahlen:
Nach Methode 1: (2900€ * 3 / 13) / 40 = 16,73€ Stundenlohn in brutto.
Nach Methode 2: 2900€ / (40 * 4,325) = 16,76€ Stundenlohn in brutto.

3.Beispiel
Du verdienst bei einer 35-Stunden Woche 3100€ brutto im Monat. Du hast im letzten Monat 25 Überstunden geleistet. Der Überstundenzuschlag beträgt 35 %. Die durchschnittliche Monatsstundenzahl beträgt nach Methode 2: 35 Stunden * 4,325 = 151 Stunden gerundet. Deine Bruttostundenvergütung beträgt somit: 3100€ / 151 Stunden = 20,53€ . Bei einem 35 %igen Überstundenzuschlag und 25 Überstunden bekommst Du somit: 20,53€ * 135 % * 25 = 692,89€ brutto zusätzlich vergüten.

Übrigens: Viele Arbeitgeber möchten die Vergütung für gemachte Überstunden zwar auszahlen, das Berechnen dieser gestaltet sich jedoch oft etwas umständlich. Aus diesem Grund entscheiden sich einige Arbeitgeber für eine Pauschalvergütung, um die Überstunden nicht mehr berechnen zu müssen. Mitarbeiter dürfen dadurch jedoch nicht benachteiligt werden. Die Pauschale muss eine angemessene Gegenleistung für die Überstunden darstellen.

 

Quelle:

Arbeitsrecht: Welche Rechte haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer?