Informationen über die Mehrwertsteuer

… auf verschiedene Arten von Waren

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist eine Steuer auf den Konsum, die allerdings nicht beim Verbraucher selbst, sondern beim Produzenten bzw. Dienstleister erhoben wird. Ein Unternehmen zahlt für alle Umsätze, die es macht, Steuer. Je nachdem, welche Umsätze besteuert werden, wird zwischen allgemeinen (z. B. Mehrwertsteuer) und Sonderumsatzsteuern (z. B. Versicherungssteuer) unterschieden.

Die Bruttoumsatzsteuern besteuern den gesamten Umsatz auf jeder steuerpflichtigen Stufe. Somit werden Vorleistungen wie etwa Rohstoffe, die als Kostenfaktor in den Verkaufspreis eingehen, mehrmals der Umsatzsteuer unterworfen. Bei der Nettoumsatzsteuer dagegen wird auf jeder Umsatzstufe lediglich die Differenz zwischen dem eigenen Umsatz und dem Umsatz auf der vorausgehenden Stufe belastet – sie betrifft also nur den zusätzlich geschaffenen Wert, bzw. Mehrwert.

Hier spricht man von Mehrwertsteuer! Da die Nettoumsatzsteuer die häufigste Umsatzsteuer ist, hat der Begriff Mehrwertsteuer fast die Bedeutung eines Synonyms angenommen. Nettoumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug ist gleich Mehrwertsteuer.

mehrwertsteuer

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer (abgekürzt: MwSt) ist eine auf mehreren Stufen der Wertschöpfung erhobene Steuer, für deren Festsetzung die Einnahmen von Unternehmen mit Ausgaben der Unternehmen verrechnet werden. Die Höhe der Umsatzsteuer beträgt (gemäß § 12 UStG) 19% oder 7% für alle Gegenstände, die in der Liste des Bundesfinanzministeriums (BFM) vom 5. August 2004 aufgeführt sind. Die 140 Seiten der Liste enthalten vor allem Lebensmittel inklusive landwirtschaftliche Produkte, Bücher, Eintrittskarten für Theateraufführungen, Kinofilme oder Musikveranstaltungen sowie Kunstgegenstände.

liste-des-bundesfinanzministeriums-05aug2004

 

Wann gibt’s 7% MwSt, wann 19% MwSt?

Was wie besteuert wird, regelt nicht nur Paragraf 12 des Umsatzsteuergesetzes, sondern auch zwei Tabellenanhänge mit 54 Kategorien. Ergänzend hilft ein 140 Seiten starkes Ministeriumsschreiben den Finanzbeamten bei der Einordnung, ob 7% MwSt oder 19% MwSt fällig sind. Dafür wird jedes Produkt, jede Dienstleistung einer Zolltarifnummer zugeordnet. Die Logik: Gibt’s eine Nummer, gibt’s 7% MwSt; lässt es sich nicht einordnen, entscheidet der Zoll per Antrag und nicht selten im Anschluss die Finanzgerichte. Hunderte Gerichtsentscheidungen sind in den vergangenen zehn Jahren ergangen zu Fragen wie: Ist Sojamilch Milch im Sinne des Gesetzes? Antwort: nein. Sind getrocknete Schweineohren als Hundesnacks begünstigt? Antwort: ja.

7-oder-19

Sogar der Europäische Gerichtshof muss sich mit zwei Fragen der obersten Finanzrichter aus Deutschland beschäftigen: Ist Popcorn im Kino eine sonstige Dienstleistung (19% MwSt) oder eine begünstigte Lieferung von Lebensmitteln (7% MwSt)? Brennholz ist staatlich gesponsert (7% MwSt), dagegen sind Fruchtsaft, Babynahrung und Medikamente nicht (19% MwSt). Hundekekse: 7% MwSt, Kinderkekse: 19% MwSt.

Feinschmeckerprodukte wie Froschschenkel, Krebsfleisch oder Riesengarnelen gibt es für 7% MwSt, Mineralwasser mit 19% MwSt. Bei Fast Food gelten zwei Steuersätze – je nachdem, wo gegessen wird. Während z.B. Pommes im Lokal plus 19% MwSt kostet, im Drive-in nur zuzüglich 7% MwSt . Einzig gleich ist der Verkaufspreis für Dich als Kunden.

Rechenbeispiel

Ein Einzelhändler kauft Waren im Wert von 6000 Euro netto zuzüglich 19% MwSt. Das heißt: Er zahlt 7.140 Euro. Davon sind 1.140 Euro Umsatzsteuer. Wenn er die Waren an Dich als Verbraucher mit 9.000 Euro verkauft, dann bekommt er dafür 9.000 Euro plus 19% MwSt, also insgesamt 10.710 Euro.

rechenrDas heißt: Du als Kunden zählst ihm 1.710 Euro Umsatzsteuer. Einmal im Monat (meistens um den 10. herum) führt der Unternehmer die erhaltene MwSt abzüglich der Vorsteuer (mit Warenkauf verbundene Umsatzsteuer). Das heißt: 1.710 Euro minus 1.140 Euro ist gleich 570 Euro – die an das Finanzamt gehen.

 

 

Quelle:
https://de.wikipedia.org
https://www.mehrwertsteuerrechner.de
http://www.wissen.de
http://www.focus.de/

 

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